Mai 13 2008
Inklusiv
Wie schön tönt es in der Werbung, wen ein All-Inklusiv-Packet angeboten wird. Doch ist alles inklusive? Da kaufe ich einen Drucker der alles beinhalten soll. Doch sowohl das Drucker Kabel fehlt auch ist die Qualität nicht inklusiv. So muss ich immer wieder neue Tinten-Patronen oder Toner bestellen. Natürlich gibt es auch so ein Parade-Beispiel bei dem gar nichts und überhaupt nichts inklusiv ist. Das Leben. Natürlich wird ein Erleuchteter behaupteten, dass das Leben alles bietet, was verlangt werden kann. Jedoch kann man von jemandem der nichts fordert, nicht verlangen, dass er begreift was das Leben für Möglichkeiten haben möchte. So ist auch das wichtigste im Leben nicht inklusiv: Die Liebe.
Gerne möchte man einen Vertrag bei Geburt unterzeichnen, dass die Liebe einem fortwährend begleiten wird. Denn sie muss umworben und gepflegt werden. So verhält sich aus das Glück. Wie die Liebe kommt es nicht alleine. Man kann nicht einfach von sich aus glücklich sein oder einfach so geliebt werden. Man könnte hierbei jedoch entgegnen, dass die Mutter das Kind einfach so liebt. Aber dies beruht nur auf Gegenseitigkeit. So verschafft das Lächeln des Kindes der Mutter Glück und umhüllt ihr Herz mit innigster Liebe. Viele Kinder werden aber niemals das Lächeln und die Wärme der Mutter spüren. Beim Vertrag zum Leben, haben diese nicht dieselbe Verhandlungsbasis gehabt, wie andere Kinder.
Auch eine mit der Liebe ihrer Mutter ausgestattete Person, wird früher oder später mit der Situation konfrontiert, dass sie die Liebe einer Person benötigt, die nicht nur von des seinen Angehörigen kommt. So will ein Jeder jemanden, der ihm das benötigte liefert. Man könnte hierbei (so wie ich vorhin) von einer Art Vertrag im Sinne des Obligationenrechts liefern, aber jeder der ein besseres Verständnis vom Leben als Frankenstein hat, wird dieses Denken ablehnen.
Dennoch ist die Liebe ein geben und nehmen (wie die meiste Verträge) und erfordert einem Lebewesen alles ab, was es zu bieten hat. Ist man erst in den Bund der Liebe eingegangen, so ist es eine stete Anstrengung und auch das Glück möge nicht fortwährend und inklusive sein. Die Liebe erwartet und kann verfliegen und hinterlässt nach ihrem Ende meist kein Lächeln. Sie hinterlässt die Kehrseite des Glückes. Die Trauer und die Tränen werden von Tropfen zu Bächen und dann zu reissenden Flüssen um anschliessend endlich im Ozean die Ruhe zu finden. Doch auch dort türmen sich die Wellen und lassen vermissen und wieder und wieder den Regen fallen, der an die verflossene Person erinnert. Diese Wogen können sich so weit aufschwingen, dass bald einmal auch die schönsten Strahlen der Sonne an das Gewesene erinnert und sich Glück in Trauer wendet.
Inklusiv ist nichts. Besonders nicht beim Leben. Die Liebe, die eigentlich ureigenste Form des Glückes, garantiert nicht, dass das sie das Glück beinhaltet. Sicher nicht auf Dauer. So kommt man wohl auch zum Schluss, dass nichts von Dauer ist. Gar nichts. Auch nicht dasjenige, welches ewiges Glück verspricht.
