Aug 06
Zeitschriften – machen mich kirre
Mein Kumpel war vor kurzem krank. So richtig krank. Er musste sogar ein paar Tage im Spital verweilen. Ich habe mir grosse sorgen um ihn gemacht, leider hatte ich jedoch nicht die Zeit um ihn zu besuchen. Zum Glück hat er noch ein paar Kollegen mehr, die ihn besuchen konnten. Diese hatten im um die Langeweile zu überbrücken ein paar Zeitschriften vorbei gebracht. Genauer, das CQ (Gentlemens’s Quarterly), InTouch, InStyle, FHM, und den Playboy.
Seit kurzem liegen diese Zeitschriften bei uns auf der Toilette. Natürlich konnte ich nicht den Drang unterbinden, die Zeitschriften näher zu begutachten. Ich habe als bald, die Zeitschriften grob zuordnen können. Da sind die Zeitschriften für Frauen und welche für Männer. Für eine Person, wie mich, ist es schwierig zu verstehen, dass es Zeitschriften für Männer gibt, die bei näherer Hinsicht auch für Frauen sein könnten und umgekehrt (sagt jetzt nicht ich sei altmodisch, naja, vielleicht neo-altmodisch).
Zuerst habe ich natürlich den Playboy in Augenschein genommen. Ich mag mich noch an die Zeit erinnern, als der Besitz eines Playboy-Magazins als cool galt. Ich hatte schon mehrere in der Hand (vielleicht zum Teil nur in einer
), aber die Erinnerungen daran sind ganz anders. Vornehmlich erwartete ich Bilder von schönen nackten Frauen und sinnfreie Texte über deren Sexualleben. Aber oh Schock, da werden grösstenteils neue Autos (die sich sowieso kein Schwein leisten kann) präsentiert und ellenlange Texte über etwas, was kein Mensch interessiert. Nein ehrlich, wer erwartet bei Playboy Niveau? Ich auf jeden Fall nicht. Also ich rede nicht vom Niveau der Texte oder einer sexuellen Anstössigkeit. Ich rede eher davon, wieso sich eine Zeitschrift Playboy nennt und nackte Körper auf dem Titelbild präsentiert, aber der Inhalt kaum mit der ehemaligen Ideologie was zu tun hat. Klar, man könnte sich auch eine Sex-Zeitschrift kaufen oder so, denn dort geht es so richtig zur Sache und man erhält was man will. Jedoch sind meine Erwartungen an den Playboy, der immerhin CHF 9.80 kostet, in keiner Weise erfüllt worden.
InStyle war das nächste Heft, welches ich mir verinnerlichte. Hmm… Wohl eher eine Frauenzeitschrift. Mode über Mode. Könnte auch sein, dass der Titel des Magazins verspricht, was es aussagt. Zu meiner Scham muss ich gestehen, dass eine genauere Ansicht mich nicht motivierte. Es ist ein Magazin, dass Frauen versteht (und wie so oft bei Frauen-Zeitschriften von Männern geschrieben). Tratsch hier, Beauty-Tipps hier, Diät-Pläne (die einem die Haare sträuben lassen) und natürlich Infos über die Stars der Welt. Kurzum: Überhaupt nichts für mich.
Das CQ hat mich mit seinem Cover natürlich sofort angesprochen und auch die Themen sich nicht von schlechten Eltern. Dennoch behandeln die Themen Dinge, die dem Normalsterblichen niemals den Weg kreuzen oder so belanglos sind, wie die Rückseite eines Rhinozeros. Gestört hat mich die Aufdringlichkeit der Style Tipps. Wie: „Seitliche Taschen auf Stoffhosen sind praktisch – finden Förster und Angler.“ Was wollen die Leute uns sagen? Verdammt. Wer sich nicht wohlfühlt in seinen Kleidern, kauft welche die ihm passen. Leute, hört nicht auf solche Magazine, sie verderben den Geschmack und der Charakter. Die Werbung suggestiert zudem, dass jeder Leser ein Millionär ist und sich einfach so, eine Armbanduhr für CHF 6000.- oder mehr leisten kann. Seid ihr Meschugge. Diese Zeitschrift ist nur für Personen, die meinen ein Gentlemen ist reich genug um einen solchen Schund zu glauben. Gentleman bedeutet viel eher, zu wissen was falsch und richtig ist und auch dazu zu stehen.
Es gibt da noch dieses Magazin InTouch. Das Klatsch-Magazin schlechthin. Nur schon der Titel: Ohne Tabus. Es gibt eine Vielzahl von Bildern mit Stars, abgebildet in peinlichen Situationen. So gilt aber auch schon ein gähnen in der Öffentlichkeit als beschreibungswürdig. Damned. Ich kann nicht mehr. So ein Schrott. Wer Gerüchte und andere Blödheiten mag, ist mit dieser Zeitschrift bestens bedient. Aber auch jener, der sein Kaminfeuer entzünden will. Natürlich etwas teuer und giftig, aber durchaus zweckdienlich.
Das Beste habe ich mir natürlich zum Schluss aufgehoben. FHM. Ausgeschrieben: For HIM Magazin. Wirklich lustig was die Autoren hier teilweise scheiben, allerdings nur Anfangs. Dann erfolgt ein Abklatsch der Werbe- und Klatschbelästigung, wie die anderen Magazine es auch als heiligen Gral ansehen. Dinge, die niemand kauft, da er es nicht brauchen und leisten kann. Uninteressante Stories über jemanden, von dem ich nur ein Porno- oder Hollywoodfilm (eigentlich dasselbe) kenne und mich ein Dreck interessiert. Ich muss trotzdem gestehen, dass die Mädels, in dieser Zeitschrift, ein schöner Anblick abgeben und es trotzdem das interessanteste Magazin aller Magazine (die auf dem WC liegen) war.
Zum Schluss muss ich gestehen, dass ich beim jedem Erleichterungsgang auf die Toilette mir eine solche Zeitschrift (irgendeine der fünfen) schnappe und mich über die Idiotie der Welt amüsiere. Was ich sagen will: Die Welt braucht mehr hochstehende Literatur in Zeitschritfen (z.b. Comics
) und noch mehr Zeitschriften, die die Idiotie der Menscheit dokumentieren. Jawohl.
