Jan 20 2010

Nukular, das heisst Nukular

Tag: Keine AhnungAngro Muftuoglu @ 4:13 am

Natürlich hat mich wieder einmal das beste Medium aller Medien zu diesem Artikel inspiriert. Also sitze gemütlich auf dem Sofa (mit einem Bier und einer Schüssel Wasabi Nüssen)  und amüsiere mich über eine Folge von Boston Legal. Für die Knalltüten, die diese Sendung nicht kennen: „Sie ist nicht besser als andere Serien, aber lustig, primitiv und nimmt das amerikanische Rechtsystem (okay, das der USA) gehörig auf die Schippe.“
So waren zwei Fälle das Thema der Sendung und beide waren recht interessant. Einerseits ging es um aktive Sterbehilfe und (jetzt haltet euch fest) eine kleine Insel von reichen Amerikanern möchten eine Atombombe, da sie nicht glauben, dass die US-Regierung sie beschützen kann.
Gerne würde ich in diesem Artikel auch auf die aktive Sterbehilfe eingehen, aber mit Dignitas und Exit im Lande scheint mir dies momentan fehl am Platz.
Deshalb werde ich wohl oder übel über diese Bombengelüste schreiben. Die Kläger (also diejenigen, welche die Bombe möchten) wollen durch ihre Klage aber eigentlich nur ein Zeichen setzen. Somit hat es mich zum Nachdenken gebracht.
Schätzungsweise besitzen die neun Atommächte der Welt (USA, Russland, Indien, China, England, Frankreich, Israel, Nordkorea und Pakistan) ca. 20‘000 Nuklearsprengköpfe. Dies reicht gerade mal um die gesamte Menschheit etwa zehnmal von der Erde zu fegen. Dabei möchte ich gerade dem Irrglauben entgegen sprechen, dass wir damit die Erde in die Luft jagen (oder ins All) können, ausser wir würden diese Sprengköpfe rein hypothetisch in der Mitte der Erde zünden. Es gibt aber noch einige Staaten bei denen ein Nuklarsprengkörperprojekt verfolgt wurde und sogar noch verfolgt wird. Kaum zu glauben ist, dass auch die kleine Schweiz Anlagen zur Anreicherung von Plutonium besass. Ich stelle mir gerade vor, dass die „neutrale“ Schweiz jetzt eine Atommacht sein könnte, die ganze Welt sich unterwirft und allen Käse mit Löchern aufzwingt.
Dennoch wurden Atomwaffen „nur“ in Hiroshima und Nagasaki eingesetzt. Diese Atomwaffen  waren allerdings im Vergleich zu heutigen Atomwaffen oder besser gesagt Kernwaffen harmlos. So hat die stärkste jemals getestete Kernwaffe, die sogenannte „Zar-Bombe“ der Russen, eine Sprengkraft von ca. 50 bis 60 Megatonnen. Die Hiroshima-Bombe hatte gerade mal die Sprengkraft von 13 Kilotonnen. Mar rechne… Das Problem (ich weiss, dies darf man so nicht schreiben) der Hiroshima war, das nur ein sehr kleiner Teil des Materials gespalten wurde und genau hier und bei noch ein paar Dingen liegt die Krux.
Bei einigen Ländern vermutet man die Entwicklung von Kernwaffen. Dennoch haben sie ein Problem: „Geld und ein wenig Technologie“. Hauptsächlich liegt das Problem beim Geld. So könnte fast jeder mit Physikabschluss eine einigermassen funktionierende Kernwaffe bauen (vielleicht im Rahmen der Hiroshima-Bombe oder etwas schwächer, aber ich denke wir sind uns einig, wenn dies auch „genug“ ist). Die Schwierigkeit ist das spaltbare Material herzustellen oder bei Wasserstoffbomben das Deuterium oder das Tritium). Zudem ist es sehr schwierig, dass sich dieses Material zum richtigen Zeitpunkt spalten oder vereinigt (fusioniert).
Langsam frage ich aber über was ich hier schreibe. Auf was ich hinaus will ist folgendes. Momentan hat sich die Politik für Kernwaffen geändert. So wird spaltbares Material auf den freien (den sehr freien) Märkten an Staaten oder Personen vermittelt, die besser keinen Zugang zu diesem Material hätten. Natürlich steht ausser Frage, dass niemand über solches Material verfügen sollte. Aber weder das Leben noch die Welt ist ein Ponyhof. Natürlich verstehe ich die Staaten, die auch gerne eine Kernwaffe als sogenannte „Verteidigungswaffe“ hätten. Allerdings ist dies nicht so einfach. Das atomare Wettrüsten hat zwischen den Grossmächten zu einer Pattsituation geführt. Niemand getraut sich den roten Knopf zu drücken, ohne die Apokalypse auf den Plan zu rufen.
Doch erhalten Staaten oder Personen die Macht über solche Waffen, über die keine Kontrolle gewährt werden kann (egal ob politisch oder religiös), so könnte dies in einem Desaster enden. Es macht Angst, dass jeder etwas bauen kann, was alles und jeden (ausser die Kakerlaken) vernichten kann.