Feb 28 2008
Jugendliche und Alkohol
Wieder einmal wird über den Alkoholmissbrauch diskutiert und natürlich kann freut sich auch die Politik, sie hat wieder ein Thema für einen allfälligen Wahlkampf.
So wird momentan wieder über den Missbrauch von Alkohol von Jugendlichen diskutiert, so sollen jeden Tag fünf jugendliche Rauschtrinker ins Spital eingeliefert werden, die Dunkelziffern sollen sogar noch um einiges höher sein. => Siehe News.ch. Leider kenne ich auch schon die Reaktion der Behörden. Erste Schritte lassen sich in Chur erkennen, wo der Alkoholkonsum in freien Räumen ab 01:00 nicht mehr gestattet ist. Mit dieser Massnahme, will man die Stadt befrieden, wo besoffene Jugendliche immer wieder für Ärger sorgten. Nun, klar, mit dieser Massnahme wurde wieder einmal total ist blaue geschossen.
- Wieso sind diese Jugendlichen um diese Zeit auf der Strasse?
- Wieso betrinken sich die Jugendlichen so masslos?
- Woher kriegen die Jugendlichen den Alkohol?
Ich bin der Meinung, dass dieses Problem nicht mit Gesetzten bereinigt werden kann, denn solange die Eltern ihre Kinder nicht erziehen können und die Erwachsenen den Jugendlichen den Zugang zu Alkohol, vor allem viel Alkohol, ermöglichen, bleibt alles beim Alten.
Vielleicht sind es doch die Erwachsenen, die ein schlechtes Beispiel abgeben. Zu jedem Essen ein Glas (oder zwei, drei) Wein, vor dem Fernseher ein Bier (oder zwei, drei) und ein Aspirin für den Kater von Gestern (Alkaselzer wirkt übrigens besser). Am Abend kommen sie spät nach Hause („Ich musste noch das Projekt abschliessen!“), weil die nette Dame im rot belichteten Zimmer auch ihre Zuwendung brauchte und dann haben sie keine Zeit um sich mit ihren Kindern zu Unterhalten.
So sagte einst ein Arbeitskollege zu mir (da war ich noch in der Lehre): „Ich versteh mein Sohn nicht, er schliesst sich immer im Zimmer ein, hört laute Musik, will eine teuere 2Pac-Jacke aus der USA importieren, widerspricht mir dauernd und hat keinen Respekt. Einst wollte er, dass ich mit ihm ein Konzert von einem gewissen Eminem mit ihm besuche, aber so was mache ich doch nicht… Zudem kommt er immer wieder besoffen nach Hause.“ Vielleicht hat der liebe Arbeitskollege einfach vergessen, dass sein Sohn in der Pubertät ist, die Hormone verrückt spielen und ein bisschen Interesse an den Tätigkeiten seines Sohnes nicht schaden würden.
Bevor wir die Jugendlichen durch Gesetzte versuchen in Schach zu halten, sollten wir die Art und Weise, wie die Gesellschaft sich um ihre Kinder und ihre Zukunft kümmert, überdenken. Ich denke, dies ist der bessere Weg, als der Schritt zu einer Alkoholprohibition, welche auch schon Bürgerunruhen verursacht hat.
Ich möchte an dieser Stelle noch kundtun, dass ich Missbrauch von Drogen, insbesondere von Jugendlichen, auf keine Weise unterstützte noch akzeptiere.
